Wie Lachyoga unser Selbstbewusstsein stärkt

29.06.2014

selbstbewusstWie Lachyoga unser Selbstbewusstsein stärkt

Regelmäßiges Lachyoga stärkt definitiv unser Selbstbewusstsein. Im Lachyoga nutzen wir unbewusst und spielerisch einige Elemente, die ein positives Auftreten und damit ein stärkeres Selbstbewusstsein unterstützen.

1. Augenkontakt ist ein Schlüsselreiz im Lachyoga.

Der freundliche Augenkontakt spricht unsere Spiegelneuronen im Gehirn an und veranlasst uns das Verhalten unseres Gegenübers nachzuahmen, in dem Fall das Lachen. Auf der anderen Seite bringt uns der Augenkontakt immer wieder dazu Kontakt aufzunehmen und in Beziehung zu gehen.
Ein selbstbewusster Mensch hat wenige Probleme damit, einem anderen in die Augen zu schauen und sich selbst ansehen zu lassen. Ein schüchterner oder scheuer Mensch wird den Blick schneller abwenden oder ihm sogar ausweichen, er meidet gerne direkten Augenkontakt. Ebenso ein depressiver oder trauriger Mensch, dieser schaut häufig eher nach unten.
Da wir als Trainer die Teilnehmer im Lachyoga aber ständig zu Augenkontakt und zur Begegnung ermuntern, fördern wir spielerisch so ein selbstbewusstes Verhalten. Ein guter Tipp für Schüchterne ist es dabei, einfach mal auf das sogenannte dritte Auge zu sehen. Dieses befindet sich in der Stirnmitte, etwa auf Höhe der Nasenwurzel. Ein so Angeschauter gewinnt dadurch den Eindruck, dass sein Gegenüber ihm direkt in die Augen schaut. Ein weiterer Tipp ist, zu versuchen die Augenfarbe des Anderen zu erkennen.
Der Vorteil im Lachyoga ist auch, dass wir den Augenkontakt immer mit einer positiven Reaktion koppeln, dem Lächeln oder Lachen. Auf diese Weise lernt unser Gehirn, dass Augenkontakt angenehm sein kann und es sich nicht davor fürchten muss.
Das überträgt sich dann auch auf den Alltag.

2. Haltung zeigen.

Ein selbstbewusster Mensch zeigt eine aufrechte Haltung. Der Oberkörper ist entspannt und offen, er steht mit „breiter Brust“, sein Kopf ist erhoben.
Typische und klassische Lachyogaübungen zeigen genau diese Haltung, zB: das Meterlachen, das Cocktaillachen und viele andere. Wir stehen aufrecht, lachen laut heraus mit breiter Brust, den Kopf leicht im Nacken, die Arme sind weit ausgebreitet. Hier kommen wir in den Bereich der Dominanzgesten, Körperhaltungen, die Dominanz und Selbstsicherheit ausdrücken und die sich darin äußern, sich größer zu machen, Raum einzunehmen und sich zu öffnen. Menschen, die sich machtlos und wenig selbstsicher fühlen tun genau das Gegenteil. Sie ziehen sich zurück, falten sich zusammen und machen sich klein. Sie wollen nicht mit der Person neben sich in Berührung kommen. Hier machen Tiere und Menschen übrigens dasselbe.
Die Sozialpsychologin Amy Cuddy konnte in soziologischen Forschungen zeigen, wie sogenannte „Macht-Posen“, das heißt das Stehen in einer Pose des Selbstvertrauens – auch wenn man sich nicht selbstsicher fühlt – direkt den Testosteron und Cortisol-Spiegel im Gehirn beeinflussen. Der Pegel des Dominanzhormons Testosteron steigt, der Pegel des Stresshormons Cortisol sinkt. Dazu reichen schon zwei Minuten. Diese Hormone beeinflussen wie wir uns fühlen und wie wir auftreten. Und das kann entscheidenden Einfluss darauf haben, was wir erreichen.
Im Lachyoga nehmen wir immer wieder diese Gesten ein und trainieren spielerisch eine selbstsichere Körperhaltung und verändern damit auch unser Bewusstsein zu mehr Selbstsicherheit. Sehr empfehlenswert ist der TED Vortrag von Amy Cuddy zum Thema, den es auch mit deutschen Untertiteln gibt:
http://www.ted.com/talks/amy_cuddy_your_body_language_shapes_who_you_are#t-4189

3. Scham abbauen.

Scham ist ein Gefühl, das uns schützen kann, das uns aber auch sehr blockieren und in alten Verhaltensweisen festhalten kann und uns nicht immer dienlich ist.
Anfängern im Lachyoga sind die Übungen zum Teil peinlich, es kommen Kommentare wie: „ Gut dass mich jetzt mein Mann nicht sieht“, „was würden meine Kollegen bloß von mir denken..“, usw. Dabei geht es nicht um eine Verletzung der Intimsphäre, sondern um ein ungewohntes Verhalten, eine vermutete Verletzung von „Normen“ z.B. laut heraus zu lachen oder sich albern zu geben im Beisein von anderen. Man glaubt, dass man dafür gesellschaftlich geächtet werden könnte, z.b. durch Auslachen oder Häme. Kann das passieren? Ja, sicherlich. Wenn man sich allein einmal im Internet Kommentare zu Lachyoga Videos anschaut, kann man einen Eindruck davon bekommen. Es gilt bloß nicht aufzufallen.
Spätestens wenn „Normen“ meiner Gesundheit schaden (z.B. das Schnäpschen trinken müssen, um dazu zu gehören) oder sie mich von Dingen abhalten, die ich eigentlich gerne tun möchte, sollte ich sie hinterfragen.
Ein sehr krasses Beispiel habe ich erlebt, nachdem wir einen Workshop zum Thema Stress abbauen mit Lachyoga für junge Erwachsene gegeben hatten. Als eine der Teilnehmerinnen ein paar Tage später zuhause laut lachte um ihren Stress vor der bevorstehenden Prüfung abzubauen, wurde sie von ihrem Vater bestraft.
Im Lachyoga erweitern wir unsere Komfortzone. Im geschützten Raum der Lachyoga Gruppe kann ich neues Verhalten ausprobieren. Es gibt z.B. eine Übung, wo ich so tue, als hätte ich Achselschweiß. Ich halte meine Nase an meine Achsel, verziehe das Gesicht und lache dann, dabei sehe ich die anderen an. Okay, so etwas kann mir im Alltag passieren, dann versuche ich unter Umständen alles Mögliche, um das zu verbergen und gerate in Stress. In meinem Kopf rattert es: “Was denken die anderen über mich, halten sie mich für schlampig oder ungepflegt? Hoffentlich sieht es keiner, es macht keinen guten Eindruck, ist mir das peinlich“ usw. Habe ich aber mehrmals über eine solche Situation mit anderen gelacht, kann ich souveräner damit umgehen. Ich nehme den Achselfleck zur Kenntnis, ich kann sogar einen lockeren Kommentar dazu abgeben („ da könnt ihr mal sehen, wie schwer ich gearbeitet habe“) und dann z.B. ein neues Hemd anziehen. So strahle ich Selbstsicherheit aus und werde unangreifbarer.
Wenn ich über mich selbst lachen kann (auch eine Lachyoga Übung), brauche ich keine Angst mehr davor zu haben, dass andere über mich lachen könnten.

Indische Lachlcubs

Eine kurze Geschichte zum Schluss

In den ersten Jahren besuchte Dr. Kataria häufige indische Lachclubs und berichtete über seine Begegnungen. Dabei erzählte er die Geschichte von Subhada Naik, einer 68 Jahre alten Dame, die schon mehrere Jahre einen Lachclub besucht hatte. Diese erzählte von sich: „Ich war eine scheue und nervöse Person. Ich konnte kaum ein Wort in der Öffentlichkeit sprechen, ich blieb immer hinter der Menge und hatte ein sehr niedriges Selbstvertrauen. Lachyoga hat mir geholfen, meine Nervosität und meinen Mangel an Selbstvertrauen zu überwinden. Jetzt schreibe ich Gedichte und Artikel über das Lachen. Meine kreativen Fähigkeiten sind viel größer. Ich spreche furchtlos vor einer Menge“. Und sie sah sehr zuversichtlich aus, als sie schöne Gedichte, die sie selbst geschrieben hatte, vor versammelter Menge zu Feier des 10. Jahrestages ihres Lachclubs vorlas.

Quellen:

www.laughteryoga.org

Fotos:

laughteryoga.org

© lassedesignen – Fotolia.com

 

 

 

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