Wie Lachyoga unser Lymphsystem ankurbelt

17.08.2014
Herzhaftes Lachen bewegt die Lymphe

Herzhaftes Lachen aus dem Bauch heraus, wie wir es im Lachyoga trainieren, führt zu einer schnellen Auf-und Abbewegung des Zwerchfells. Diese starke Zwerchfellatmung erzeugt einen Unterdruck im größten Lymphgefäß des Körper, dem Ductus thoracius (Milchbrustgang) und führt dazu, dass die Lymphe 10 bis 15 mal so schnell wie normal durch den Körper bewegt wird. Und eine gute Bewegung der Lymphe hält uns gesund.

Funktion des Lymphsystems:

Das Lymphsystem hat zwei sehr wichtige Aufgaben im Körper: Zum einen ist es das größte Organ des Immunsystems, das eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung eingedrungener Krankheitserreger, aber auch bösartig entarteter Krebszellen spielt. Nicht minder wichtig ist die zweite Aufgabe des Lymphsystems als körpereigenes Transport- und Filtersystem.

  • Das lymphatische System als Teil des Immunsystems hilft bei der Beseitigung von Abfällen toten Blutzellen, Krankheitserregern, Toxinen und Krebszellen.
  • Das lymphatische System absorbiert Fette und fettlösliche Vitamine aus dem Verdauungstrakt und liefert diese Nährstoffe zu den Körperzellen, wo sie von diesen verwertet werden.
  • Das lymphatische System beseitigt auch überschüssige Flüssigkeit und Abfallprodukte aus den Zwischenräumen zwischen den Zellen.

Das Lymphsystem als offenes System

Täglich treten aus dem Blutkreislauf etwa 20 Liter Flüssigkeit durch die dünnen Wände der feinsten Blutgefäße, der Kapillaren, in das umliegende Gewebe aus. Diese Flüssigkeit wird als Lymphe oder Gewebsflüssigkeit bezeichnet. Die Lymphe ist eine wässrige, klare, farblose bis gelbliche Flüssigkeit, in der zahlreiche weiße Blutkörperchen enthalten sind.
Sie versorgt die Gewebe mit Nährstoffen und Sauerstoff und nimmt Abfallstoffe und Kohlendioxid auf. Danach tritt der größte Teil der Gewebsflüssigkeit (etwa 18 Liter) wieder in die Blutkapillaren ein. Die restlichen zwei Liter Gewebsflüssigkeit dringen tiefer in die Gewebsspalten, versorgen auch entferntere Bereiche und werden schließlich von kleinsten Kapillaren des lymphatischen Systems wie von einem Drainagesystem aufgenommen.
Anders als der Blutkreislauf bilden die Lymphbahnen kein geschlossenes System und können deshalb streng genommen auch nicht als Kreislauf bezeichnet werden. Der Transport von Lymphe erfolgt nur in eine Richtung, von den entfernteren Körperregionen zum Zentrum, dem Herzen, hin. Die Lymphgefäße beginnen in den äußeren Bereichen als offenes Sammelsystem, das sich zu immer größeren Einheiten vereinigt und schließlich in zwei großen Gefäßen endet. Die Lymphflüssigkeit der unteren Körperabschnitte und der linken oberen Körperhälfte sammelt sich im sogenannten Milchbrustgang (Ductus thoracicus). Diese größte Lymphbahn verläuft entlang der Wirbelsäule und mündet links oberhalb des Herzens in eine Vene (die linke Unterschlüsselbeinvene). Die Lymphe der rechten oberen Körperhälfte wird in der rechten Lymphbahn, die keine besondere Bezeichnung hat, gesammelt und mündet in die rechte Unterschlüsselbeinvene. Diese beiden Venen vereinigen sich zur oberen Hohlvene, die direkt ins Herz führt.

lymphsystem

Wie wird die Lymphe bewegt?

Am Transport der Lymphe sind viele Faktoren beteiligt.
Innerhalb eines Tages werden nur etwa 1,5 bis 2,5 Liter Gewebsflüssigkeit durch die Lymphgefäße transportiert. Zum Vergleich: Die gesamte Blutmenge des Menschen (rund fünf Liter) wird in etwa einer Minute durch den Kreislauf geschleust. Die Lymphe fließt sehr langsam, weil das Lymphsystem – im Gegensatz zum Blutkreislauf, der vom Herzen angetrieben wird – über keine eigene Pumpe verfügt.
Nur die größeren Lymphgefäße sind von einer Muskelschicht umgeben, die sich rhythmisch zusammenzieht und so den Fluss der Lymphe unterstützt (Lymphangion-„Lymphherzchen“) Benachbarte Arterien üben ebenfalls Druck auf die Lymphgefäße aus und helfen, die Lymphe vorwärts zu pressen. Auch die Atmung unterstützt den Lymph-Fluss: Bei den Atembewegungen entsteht im Milchbrustgang ein Unterdruck, der eine Sogwirkung auf die Lymphe hat. Die größeren Lymphgefäße verfügen außerdem über ein Klappensystem, das ein Zurückfließen der Lymphflüssigkeit verhindert.
Alle Maßnahmen, die das Lymphsystem anregen, bringen auch das Immunsystem auf Trab, aber nicht nur das. Dr. Gerald Lemole, Chef der Herzchirurgie am Christiana Care Health Services in Delawere, USA, fand einen Verbindung zwischen der Gesundheit des lymphatischen Systems und chronischen Krankheiten. Dr. Lemole studierte die Wichtigkeit des lymphatischen Systems in der Verminderung von Arteriosklerose oder Entzündungen der Arterienwände. Er betont die Wichtigkeit eines gesunden Lymphsystems um das Herz gesund zu erhalten.
http://wynyardchiro.com.au/strengthening-your-defences-the-lymphatic-system/

Wird der Körper und damit die Lymphe nicht bewegt, ist es keine Frage ob man krank wird sondern nur wann. Um fit und gesund zu sein und zu bleiben ist es also gut, die Körperflüssigkeiten „sauber“ und in Bewegung zu halten.
„Auch eine normale Atmung bewegt die Lymphe durch den Körper“ , so Professor Gerald Lemole. „Die Lungen besitzen eine Art Blasebalg-Mechanismus, der den Milchbrustgang massiert und die Lymphe so in Richtung Nacken drückt.“ Tiefes Atmen verstärkt den Effekt. Wenn Sie langsam einatmen, Ihre Lunge so weit wie möglich füllen und dann so kräftig wie möglich ausatmen, sorgt der dramatische Druckunterschied in Ihrem Brustkorb dafür, dass alles ins Fließen kommt. „Nur zehn Minuten tiefes Atmen pro Tag helfen schon, Ihre Blutgefäße zu schützen“, erläutert Lemole.
Lachen ist eine außerordentlich starke Atemübung und der Effekt auf die Lymphbewegung ist damit groß. Also noch ein weiterer guter Grund, 10 bis 20 Minuten täglich Lachyoga zu machen.

Weitere gute Übungen:

  • Hände hoch! Arme hoch und damit wedeln (wie ein Dirigent) – das öffnet den Brustkorb, erlaubt den Lungen, sich zu weiten, und dehnt sogar direkt den Milchbrustgang. Ersatzweise hilft auch Skilanglauf dabei, Ihre Arme auf die nötige Höhe zu bringen. Oder Rudern, Klimmzüge oder lange Schwimmzüge.
  • Hüpfen! Wenn man hüpft, kann dies die Lymphflüssigkeit ebenfalls in Schwung bringen. Der Bewegungsimpuls hilft der Lymphe, leichter aus Beinen und Armen in Richtung des Herzens zu gelangen. Zudem verstärkt die Änderung der Schwerkraft den Blutfluss. Die beste Übung? Rebounding. Auf Deutsch: Trampolinspringen
  •  Haltung zeigen! Ihre Mutter hat immerzu an Ihrer schlechten Haltung herumgenörgelt? Schicken Sie ihr sofort einen großen Blumenstrauß und seien Sie ihr fortan für immer dankbar. Denn eine halb militärische Haltung – Schultern zurück und Kopf hoch – öffnet ebenfalls Brustkorb und Nackenbereich. Und das bringt Ihre Lymphe in Bewegung.
  • Streicheleinheiten! Viele Formen der Massage und Berührungstherapie, etwa die Fußreflexzonen-Massage oder Shiatsu, steigern den Lymphfluss deutlich. „Das Geheimnis ist, den Druck zu erhöhen, wenn man in Richtung Herz drückt, und ihn zu verringern, wenn man vom Herzen weg streicht.“ Sehr effektiv sind Nackenmassagen, da 30 Prozent der Lymphknoten hier liegen.
  • Ab ins Bett! Sport ist wichtig, aber unser Lymphsystem braucht auch Ruhe. Die Schwerkraft hemmt den Fluss der Lymphe von den Füßen zum Milchbrustgang. Während des Schlafens muss Ihr Lymphsystem nicht dagegen ankämpfen. Die Folgen von Schlafmangel und Stress sind auch aus einem anderen Grund schlecht fürs Lymphsystem und damit fürs Herz: Stresshormone wie Adrenalin verengen die Lymphkanäle.
lachender mann

Quellen u.a.:

http://www.lymphverein.de/lymphsystem.html
http://www.fid-gesundheitswissen.de/innere-medizin/lymphsystem/lymphsystem-grundlagen/
http://www.freenet.de/lifestyle/gesundheit/ratgeber/das-lymphsystem_2413580_1912758.html

Fotos:

© Mara Zemgaliete – Fotolia.com

Model Foto: Colourbox.de

Medizininfo