Das Lachen in der Kunst

23.08.2014

 

Das Lachen ist nicht nur Teil des Lebens, sondern ist auch ein Teil der Kunst, dank Carolyn und Brigitte, die in diesem Gastbeitrag eine Übersicht über ihr künstlerisches Schaffen zum Thema Lachen geben. Danke!

CaBri

Cabri stellt sich vor

Wir sind ein Künstlerinnen-Duo mit dem Namen CaBri, ein Zusammenschluss unserer Vornamen sowie unserer freien Künste.
Carolyn Krüger ist Filmkünstlerin und Brigitte Kottwitz ist Bildhauerin mit Schwerpunkt Keramik. Unsere Zusammenarbeit seit 2001 beinhaltet Klang, Foto, Video, Installation. Brigitte gründete ihren Lachclub in Frankfurt 1999 http://www.lachclub-frankfurt.de und beobachtete das Lachen und die Veränderungen bei den Teilnehmern auch mit künstlerischen Blicken.
Carolyn betreut die deutschlandweite Webseite http://www.lachclub.info seit 2006 und besucht als Mitlacherin den Lachclub in Frankfurt. Als wir mit Lachen in der Kunst anfingen, war dieses Thema für die heutige Zeit in der zeitgenössischen Kunst nicht „ernst“ zu nehmen. Es gab zwar DaDa- und Fluxus- Kunstbewegungen, die mit Humor arbeiteten. Dabei wurden nicht das tatsächliche Lachen sowie dessen Auswirkungen betrachtet. Noch immer haben wir heute Schwierigkeiten, weitere Kirchen zu finden, die offen unseren Projekten gegenüberstehen. Das Thema Lachen wird weiterhin angstvoll betrachtet.

Projekt „Lachen erlaubt“ CaBri Kunst

In der Lach-Klang-Installation „Lachen erlaubt“ ertönt analog zum Glockenschlag ein Lachen, das sich jede Viertelstunde wiederholt. Die Lachmelodie wird von der Viertel- bis vollen Stunde immer intensiver, und endet in einem großen Lachgefühl. Dann wiederholt sich die Melodie von vorne.
Heute, wo Lachen eher vermieden oder als Peinlichkeit angesehen wird, möchte CaBri an den Stellenwert des Lachens erinnern und zum Mitlachen animieren. Lachen ist ein Wir-Gefühl, das heißt, in der Gemeinschaft lacht es sich am besten. Es erlaubt uns in diesem Augenblick, kontrollfrei zu bleiben, um das Kind in uns wieder entdecken zu können. Somit wird die Zeiteinteilung der Uhr, die das Leben der Menschen in ihrem Ablauf regelt, zu fröhlicher Freiheit.

Ausstellungs-Orte:

Ausstellung „Hinter dem Rand“, Lachender Kirchturm in der alten Kirche in Hausen im Odenwald-Bayern, 2007.

CaBri Projekt „Lachen Erlaubt“ Klang-Lach-Installation im Turm der Ev. Wartburgkirche, Frankfurt, 2010.

„Lachen erlaubt“ im Turm der Ev. Emmaus Kirche, Berlin-Kreuzberg, Ostersamstag 2011.

Zum 500. Geburtstag „Lachendes Rathaus“ in Alsfeld-Hessen, 2012. Das sonst als stille Sehenswürdigkeit geschätzte Gebäude stellt dem Passanten die Frage: „Warum lacht es hier? Wird etwa über mich gelacht?“ oder – und das ist gesundheitlich das Beste – er lacht einfach mit. Denn „Lachen öffnet die Sinne, für den Gesang der Dinge.“ Rainer Maria Rilke

„Basel tickt anders“, erstmals klang ein Kirchturm in der Schweiz anders als gewohnt.
Elisabethenkirche im Zentrum von Basel 2012. Die Offene Kirche Elisabethen ist offen für alle Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer religiösen Haltung oder politischen Einstellung.
http://www.carolynsite.de/HinterDemRand/flash/bk_lachenderKirchturm.htm

Text zum Film von Dörthe Krohn:
In einer Frankfurter U-Bahn: Eine freundlich lächelnde Frau mit orangegetönter Brille, magentafarbigem Hut und Blindenstock steigt zu. Die meisten Menschen in der Bahn haben ihr Alltagsgesicht aufgesetzt, sind in ihren Gedankenwelten unterwegs, lesen oder schalten kurz mal ab.
Plötzlich ein Gelächter, zwar nicht laut, aber in diesen Rahmen irgendwie nicht hineinpassend. Wer es hört, sucht in der Regel nach der Geräuschquelle – Hanna Hagenauers „Lachender Stock“ – und reagiert…. „Lach-Catwalk“ auf der Zeil: Oben beschriebene Frau geht zügigen Schrittes, ihren Blindenstock in einem weiten Halbkreis vor sich hin und her schwingend, über die geschäftige Einkaufsmeile. „Die Frankfurter sind sehr geübt im Ausweichen“, beobachtet Brigitte Kottwitz. Manche scheinen so viel Zielstrebigkeit und frohgemutes Ausschreiten unheimlich zu finden. Drei Kameras begleiten den „Lach-Catwalk“. Das entstehende Video werden sowohl sehende als auch blinde Menschen rezipieren können. Geräusche, Erklärungen, Beschreibungen, O-Töne usw. in Verbindung mit bewegten, teilsichtbaren oder Schwarzbilder greifen die Vielfältigkeit der Wahrnehmungsmöglichkeiten auf.

Trailer zum Video: http://www.cabrikunst.de/index_catwalk.htm
Fotos: http://www.brigittekottwitz.de/p_lachendeBefreiung/befreiung01.html

Die Lachbank, CaBri-Projekt

16. Skulpturenpark in der Parkanlage am Bürgerhaus Mörfelden 2013
1. Interalpiner Lachyogakongress, März 2014 in Salzburg

Das Lachen ist zweideutig zu sehen. Zum einen ist es ein lustiger Vorgang, um fröhlich zu sein. Zum anderen will die Bank provozierend ein Lachen einfordern, was sich nicht immer ohne Überwindung erfüllen lässt. Denn das grundlose Lachen in der Öffentlichkeit ist unüblich und angstbesetzt.

Video Salzburg

Fotos: http://www.brigittekottwitz.de/p_lachbank/lachbank_show.html

Der Lachspiegel, CaBri-Projekt 2015

Projekt in Vorbereitung. Er lacht mit dir, sobald du dich in ihm spiegelst, er verstummt, wenn du weitergehst. Ein Schrein für die Selbsterkenntnis.