Die Lachyoga Vorstellungsrunde

04.05.2017

Wenn Du schon mal irgendein Seminar oder eine Fortbildung besucht hast, wirst Du sie vermutlich kennen: Die Vorstellungsrunde.
Geliebt und gehasst.
Ob mit Redestab, frei daher, verspielt oder irgendeiner Regel folgend, mal lang und ausgedehnt, mal kurz und knapp, ohne sie geht es nicht.
Man will ja wissen, mit wem man es zu tun hat, wer da in der Runde sitzt und wieso sie/ er eigentlich hier ist.
Doch manchmal nervt es auch oder man fürchtet sich davor, z.B. weil man aktuell nicht punkten kann, nichts vorzuweisen hat, nicht die tolle Karriere, den großen Erfolg hat. Oder weil es einem gerade aus verschiedenen Gründen nicht so gut geht.

Die Lachyoga Vorstellungsrunde

Auch im Lachyoga gibt es die Vorstellungsrunde.
Die Lachyoga Vorstellungsrunde verläuft etwas anders, ungewohnt.
Sie lautet: „Sag Deinen Namen und lache, sag woher Du kommst und lache, erzähle, was Du machst und lache….hahahaha“
Anschließend klatscht die ganze Gruppe „Sehr gut, sehr gut, yeah!“

Ich würde zum Beispiel sagen: „Ich heiße Beate, und dann lache ich „hahahaha“, „ich komme aus Lienen, hahahahaha und ich bin Diplombiologin und Lachyoga Lehrerin, hahahaha“
Die Gruppe, einschließlich meiner Person, klatscht „Sehr gut, sehr gut, yeah!“
Und dann geht es zur nächsten Person.
„Ich heiße Astrid, hahahaha, ich komme aus Köln, hahahahaha und ich bin eigentlich Lehrerin, aber gerade arbeitslos, hahahahaa“
„Sehr gut, sehr gut, yeah!“

Die Kraft der Lachyoga Vorstellungsrunde

Das Ganze ist so ungewöhnlich für die Teilnehmer, dass alle relativ schnell anfangen mitzulachen, so dass die erzählende Person eigentlich fast nie alleine lachen muss.
Und je weiter die Runde fortschreitet, desto mehr wird gelacht. Und wenn dann noch ein Teilnehmer aus Hodenhagen, Grünkraut oder Bielefeld kommt, explodiert das Lachen regelrecht.

Eine Teilnehmerin unserer Ausbildungen brach bei dieser Übung in einen kaum zu stoppenden Lachflasch aus, als sie ihre Berufsbezeichnung sagte: „Personalleiterin“.
Ich gestehe, wir waren etwas ratlos, weshalb sie so exzessiv lachte. „Ich habe noch nie über meinen Beruf gelacht, ich habe so viel Stress damit und er ist so „bedeutungsvoll“. Einfach mal darüber lachen zu dürfen, das tut so gut. Eigentlich kann ich jetzt schon nach Hause fahren, das Wochenende hat bereits jetzt alle Erwartungen übertroffen.“

Das ist die Kraft des Lachens, wow! Lachen befreit.
Wir sind, was wir sind und wir tun, was wir tun. Man muss sich und das was man tut nicht immer sooo ernst nehmen, man darf auch mal darüber lachen. Das entspannt, gibt Luft und Raum.

Diese Art der Vorstellungsrunde nimmt sehr viel Stress von den Teilnehmern. Sie merken, dass es keine Rolle spielt, welchen Beruf sie haben oder ob sie arbeitslos sind. Jeder ist okay, so wie da ist.
Außerdem bringt so eine Vorstellungsrunde die Teilnehmer durch das Lachen sehr schnell ins Hier und Jetzt, sie kommen viel schneller an und in Kontakt mit den anderen.

vorstellungsrunde

Lachen hilft, die Masken fallen zu lassen

Lachyoga auf den Punkt gebracht

Dr. Kataria, der Erfinder des Lachyoga sagt über die Lachyoga Vorstellungsrunde: „Diese Übung umfasst alles, was Lachyoga ausmacht, sie bringt Lachyoga auf den Punkt.“

  • Du kannst ohne Grund lachen
  • Du kannst über alles lachen, was Du willst
  • Es ist leicht, in einer Gruppe zu lachen, da Lachen ansteckend ist
  • Nimm Dich selbst nicht zu ernst
  • Lachen gebiert lachen
  • Du kannst ohne Witze, Humor oder Comedy lachen
  • Du kannst lachen, auch wenn Dir nicht danach ist
  • Lachen senkt die inneren Barrieren und baut Hemmungen ab
  • Lachen kann Deine Stimmung schnell verändern
  • Lachen verbindet Dich schnell mit anderen Menschen
  • Lachen ist eine großartige Übung das Ego in seine Schranken zu verweisen
  • Der Name und unser Beruf kommen vom Verstand, das Lachen kommt vom Herzen
  • Lachen vermindert Angst und Furcht im Umgang mit Gruppen
  • Über sich selbst zu lachen, gibt Dir die Freiheit Fehler zu machen und Dich trotzdem wohl zu fühlen
  • Es nimmt Dir die Angst, dass über Dich gelacht wird
  • Es befreit Dich von Deinen täglich getragenen Masken
  • Es bringt Dich in den gegenwärtigen Moment
  • Es ist gut über sich selbst lachen zu können, bevor es ein anderer tut;-))
  • Wir sind nicht unsere Namen, Berufe oder sonstiges (sondern viel viel mehr)

Variationen

Diese Übung kann man auch gut in anderen Lachyoga Gruppen machen, wenn die Gruppen nicht zu groß sind. So ist es z.B. eine gute Übung, wenn neue Teilnehmer in den Lachclub kommen.
Dabei bietet sich durchaus eine Variation an: statt des Berufes, irgendetwas anderes ungeheuer Wichtiges zu nehmen, z.B. die Schuhgröße, oder das Lieblingsgericht oder etwas, was ich gar nicht mag.

Israelische Lachyogis erzählten auf einem der Lachyoga Kongresse, dass sie als Aufgabe gaben: Benenne Deinen Lieblingsdiktator und lache. Das war noch zu Zeiten von Gaddafi und Saddam. Heutzutage wäre diese Übung leider wieder aktuell mit anderen Namen. Siehe dazu auch:  Lachen ist gefährlich.

Die amerikanische Lachyogatrainerin Gita Fendelmann, die selbst unter Parkinson leidet, nutzt diese Übung in Selbsthilfegruppen, in denen Teilnehmer mit unterschiedlichen Krankheiten vertreten sind, dort benennt dann jeder seine Krankheit und lacht. Über seine Krankheit lachen. Darf ich das? Ja, denn ich bin viel mehr als meine Krankheit. Lachen entspannt. Lachen nimmt die Schwere. Hier ist das wundervolle Video dazu: Ha ha mantra with Gita Fendelmann.
Die Lachyoga Vorstellungsrunde ist wirklich eine Powerübung!

Kennst und benutzt Du andere Variationen? Hinterlasse doch einen Kommentar!

 

Fotos:

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