Die 8 größten Vorurteile über Lachen

17.10.2016

vorurteile-ueber-lachenDie 8 größten Vorurteile über Lachen

Hier wollen wir uns einmal die größten Mythen und Vorurteile über Lachen anschauen:

1. Mythos: Wir brauchen einen Grund um zu lachen

Wir glauben, dass es immer einen Auslöser für unser Lachen geben muss, das Lachen ist abhängig von…. einem Witz, einer lustigen Begebenheit etc. Gibt es dass nicht, lachen wir auch nicht. Außer natürlich, wir lachen ohne Grund! Mit Lachyoga! 😆

2. Mythos: Lachen und Humor sind das Gleiche.

Weit gefehlt. Lachen ist ein rein physischer, also körperlicher Akt. Humor ist eine Verstandesleistung. Humor erfordert es, eine Situation, eine Bemerkung, einen Witz,

a) zu verstehen,
b) zu bewerten und
c) es lustig zu finden.

Damit ist Humor abhängig von der jeweiligen Kultur und den Lebenserfahrungen des Einzelnen. Beispiel: Ein Japaner wird über andere Witze lachen als ein Italiener. Lachen dagegen ist universell. Jeder Mensch kann lachen (seltene Erkankungen seien aussen vor). Lachen ist einfach etwas, was wir tun. Einfach die Atemmuskeln kontrahieren und die Luft mit einem Laut (hahaha) ausstoßen.

3. Mythos: Ich musss glücklich sein, um lachen zu können

Beim glücklich sein handelt es sich um einen emotionalen Zustand. Verliebte Menschen sind z.B. glücklich, schweben auf Wolke sieben. Diese Emotion wird durch Neurotransmitter im Gehirn vermittelt, sogenannte Glückshormone. Im Lachyoga wird sehr deutlich, dass ich gerade auch lachen kann, wenn ich nicht glücklich bin. Ich lache und fühle mich dann glücklicher. (Weil dann Glückshormone ausgeschüttet werden.)

Lachen, Humor und glücklich sein hängen eng zusammen und bilden ein sog. Netzwerk der Heiterkeit, des Lachens oder des Humors.
Eines kann das andere bedingen und umgekehrt:

Der Zusammenhang von Lachen, Humor und Glück

Weitere Vorurteile über Lachen

4. Mythos: Ich kann nur lachen, wenn ich mich vorher locker gemacht habe, z.B. durch Alkohol.

Leider ist das für viele Menschen Realität. Zu lachen fällt Ihnen schwer, es gibt große innere Barrieren, vielleicht will man sich keine Blöße geben oder man steht so unter Stress, dass es einem einfach nicht gelingt zu lachen. Erst wenn ich ein paar Bierchen oder Likörchen zu mir genomen habe, kann ich lachen und Party machen.
Im Lachyoga ist das Lachen ein Training. Ich entscheide mich bewußt zu lachen. Auch wenn es zu Beginn schwer fällt wird es mit zunehmender Dauer immer leichter. Ich werde lockerer und entspannter durch das Lachen selbst. Ganz ehrlich, ich habe schon grandiose Partys mit Lachyogis gefeiert ohne einen Tropfen Alkohol. Das regelmäßige Lachen macht selbstbewußter  und wie ich finde, auch bewußter für mein Befinden, für meine Gesundheit und für mein Auftreten. Und dann kann ich Alkohol trinken, weil ich möchte, aber nicht weil ich ihn brauche.

5. Mythos: Menschen, die viel lachen, sind oberflächlich.

Viel zu lachen ist in unserer Gesellschaft nicht so gut angesehen. Als fröhlicher Mensch muss man sich häufig dafür rechtfertigen. Typische Frage: „Was ist denn mit dir los? Was hast du genommen?“ Jeder versteht, wenn man schlecht drauf ist. Einem Menschen, der viel lacht, wird unterstellt, dass er sich nicht wirklich mit den Problemen dieser Welt auseinandersetzt. Er nimmt sie nicht ernst.
Wenn ich ein glückliches Leben leben will, brauche ich viele Ressourchen, Energiequellen, die mir Kraft geben und die mich auf meinem Weg unterstützen. Wenn ich in meiner Kraft bin, kann ich etwas verändern und Probleme lösen.

6. Mythos: Lachende Menschen arbeiten schlecht und sind unzuverlässsig.

Der Deutsche an sich sollte ernst durch das Leben und an seine Arbeit gehen. Auch hier gilt, das Lachen ist eine Ressource. Besser ist: „Nimm Deine Arbeit ernst und Dich selbst leicht“.
Es gibt mittlerweile sehr viele Beispiele, wie eine gute Stimmung, Lachen und Spiel das Arbeitsklima verbessern und damit die Gesundheit und die Leistung der Arbeitnehmer.

7. Mythos: Lachen ist gefährlich

Die Mächtigen fürchten Lachen und Humor. So ließ der italienische Diktator Mussolini 1944 das Lachen auf allen öffentlichen Plätzen in Italien verbieten. Satire, Humor und Lachen können Waffen sein, die unterdrückte Menschen verbinden und schwer zu bekämpfen sind. In Diktaturen oft ein wichtiges Mittel des „Überlebens“. Lachen macht stark und gemeinsames Lachen macht noch stärker. Auch die Kirche hat ein Problem mit dem Lachen, ein Theologe soll einmal gesagt haben: „Ein Christ lacht nicht: Jesus hat schließlich auch nicht gelacht!“ Dagegen gab es in einigen Regionen − vor allem in Bayern − vom 14. bis 19. Jahrhundert das Lachen (risus paschalis) als einen festen Bestandteil des christlichen Brauchtums, das Osterlachen , das in Freude und mit Lachen die Auferstehung Jesu feierte. Aber bald gab es auch hier Vorbehalte und es wurde verboten.
Auch im Privaten kennt und fürchtet man ausgelacht zu werden. Selbstbewußt und stark ist, wer als erster lacht oder mitlacht. Das Schöne im Lachyoga ist, dass wir nie über andere lachen. Wir lachen miteinander oder über uns selbst und unsere liebenswerten Schwächen. Und lernen uns dadurch umso besser anzunehmen, so wie wir sind.

8.Mythos: Lachen untergräbt die Moral, das betrifft vor allem uns Frauen.

So wollte Erdogans Stellvertreter 2014 den Frauen in der Türkei das Lachen verbieten, da es zu einem Verfall der Moral führe.

Bei uns in Westfalen gibt es das Sprichwort: „Dem Hahn, der kräht und der Frau, die pfeift (oder lacht) gehört beizeiten der Hals umgedreht.“
Laut lachende Frauen werden oft als vulgär eingestuft. Dabei geben sie vielleicht nur ihrer Lebensfreude Ausdruck. Laut zu lachen bedeutet auch, sich zu zeigen, Selbstbewußtsein zu demonstrieren, aufzufallen. Dies wird immer noch eher den Männern zugestanden als den Frauen.

Lachen bewegt die Menschen. Wenn es fehlt, vermisst man es,  es ist ein Zeichen, dass der Stress im Leben überhand genommen hat und die Lebensfreude fehlt. Lachen kann verletzen, Lachen macht aber auch stark und selbstbewußt. Und Lachen unterstützt unsere Gesundheit.

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